Stoßwelle

Stoßwellen beseitigen Schmerzen und verhindern Operationen.

Gerade die Ansätze unserer Sehnen an den Knochen und Muskeln sind sehr empfindlich und extrem hohen Belastungen ausgesetzt. Wenn eine Erstbehandlung mit Kortisoninjektion, physikalischer Therapie oder Gipsruhigstellung nicht mehr hilft, kann durch eine Stosswellentherapie eine erhebliche Schmerzlinderung oder sogar Schmerzfreiheit erreicht werden. Gleichzeitig werden körpereigene Reparaturmechanismen angeregt, die zu einer völligen Heilung führen können.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist eine Behandlung, mit der folgende Erkrankungen behandelt werden können:

  • Patellasehnenschmerzen
  • Jumpers Knee
  • Runners Knee
  • Tiabiakantensyndrom
  • Pseudarthrosen, nicht heilende Knochenbrüche
  • schmerzhafte Verkalkung der Schulter (Tendinitis calcarea)
  • schmerzhafte Fersenspornbildung (Fasciitis plantaris)
  • schmerzhafte Trizepssehnenansatzverkalkung am Ellbogen (Olecranonsporn)
  • Tennis– oder Golferellbogen (Epicondylitis radialis oder ulnaris humeri)
  • Ulcus cruris und chronisch offene Wunden
  • Nierensteine

Methode

Die Möglichkeit der Stoßwellenbehandlung in der Orthopädie oder Unfallchirurgie hat sich aus der Methode der Urologie entwickelt, Nierensteine ohne Operation durch alleinige Anwendung von Stoßwellen aus dem Körper zu entfernen.
Ebenso wie in der Urologie werden Schalldruckwellen erzeugt, die in der Tiefe des Körpers gebündelt (fokussiert) werden. Diese Verdichtung der Stoßwellen kann dann durch rhythmische und wiederkehrende Anwendung zur Zerrüttung eines Festkörpers, beispielsweise einer Verkalkung führen. Die Verkalkung wird durch die Stoßwellenbehandlung zu feinsten Partikeln zerrieben und kann dann vom Körper aufgenommen und auf dem Blutweg abtransportiert und ausgeschieden werden.

In unserer Praxis therapieren wir unter anderem mit dem focussierenden Swiss Duoclast der Firma EMS.

Trigger-Stosswellen-Therapie

Seit Anfang 2000 wird die Stosswellentherapie auch zur schmerzfreien Triggerauflösung verwendet. Der Münchener Arzt Dr. Wolfgang Bauermeister fand heraus, dass bei Patienten durch die Stoßwellen-Behandlung nicht nur die Nieren-Steine beseitigt wurden, sondern auch deren seit langer Zeit bestehenden Rückenschmerzen.

Einsatzgebiete

  • Muskelverletzungsprophylaxe, Muskelverspannung, Muskelverhärtung
  • Wiederherstellung der Muskelfunktion nach Ruhigstellung
  • Adduktorenansatzprobleme, Fussballerleiste
  • HWS-Schleudertrauma
  • Bandscheibenvorfall, Ischialgie, Lumboischialgie
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Gonarthrose, Coxarthrose
  • Nach Frakturen und Operationen
  • Schmerzen bei Hallux-Valgus, Spreizfuß
  • Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelkater, Muskelkrämpfe

Was sind Triggerpunkte ?

Triggerpunkte sind dauerhaft verkürzte und verdickte Muskelfasergebiete innerhalb eines Muskels. Die einzelnen Muskelfasern sind elastisch und haben die Fähigkeit, sich bis auf die Hälfte zu verkürzen bzw. zusammenzuziehen (kontrahieren), und ermöglichen so die Bewegung von Körperteilen und Organen. Im Normalfall kehren die Muskelfasern nach einer Kontraktion zu ihrer Ausgangslänge zurück. Durch Kälte, Fehlbelastungen, Überlastungen , Stress, Unfälle, Operationen u. a. kann es dazu kommen, dass einzelne Muskelabschnitte nach vollbrachter Arbeit plötzlich nicht mehr entspannen – und so dauerhaft zusammengezogen, also verkürzt bleiben. Damit einher gehen eine verringerte Durchblutung sowie eine Sauerstoffunterversorgung des Muskelgewebes, wodurch der Stoffwechsel des Muskels insgesamt beeinträchtigt wird. Durch die Verkürzung der vertriggerten Muskeln kommt es zu einem übermäßigen Zug auf die Wirbel- und Körpergelenke, wodurch Einschränkungen des Gelenkspiels, Wirbel- und Gelenkblockaden und letztendlich auch Arthrosen (Gelenkabnutzungen) entstehen können. Überstimulierte Triggerpunkte oder Trigger rufen nicht nur Schmerzen und Verspannungen, sondern auch Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheit, Schweregefühle und Muskelverkrampfungen hervor.

Welche Erkrankungen können durch Trigger verursacht sein ?

Trigger lösen einen eigentümlich dumpfen, oft in der Tiefe des Körpers empfundenen Schmerz aus, der von leicht bis sehr heftig variieren kann. Er tritt sowohl in Ruhe (sogar im Schlaf) als auch bei Bewegung auf. Dennoch gibt es für jeden Muskel, der von aktiven Triggerpunkten betroffen ist, ein bestimmtes Schmerzmuster, hier z. B. dargestellt Triggerpunkte im M. trapezius, die häufig bei Berufstätigen mit sitzender Tätigkeit anzutreffen sind:

Des weiteren können durch Trigger Migräne, Nacken- und Schulter-Arm-Schmerzen, Schmerzen im Brustbereich, Muskelverspannungen, Sehnenreizungen, Sehnenscheidenentzündungen, Fersensporn, Meniskus- und Gelenkbeschwerden, Funktionsbeeinträchtigungen des Schultergelenks aufgrund chronischer Überlastung, Rückenbeschwerden, Hüftbeschwerden, Ischiassyndrom sowie auch akute Schmerzzustände wie z. B. nach einem HWS-Schleudertrauma bzw. steifen Nacken nach Zugluftexposition auslösen. Das Ischiassyndrom wird häufig durch Triggerpunkte im M. gluteus minimus ausgelöst:

Die Schmerzen gleichen oft den Symptomen einer vorgefallenen Bandscheibe. Deshalb sollte es dem Patienten auf jedem Fall den Versuch wert sein, die Symptome mit einer intensiven Triggertherapie zu beseitigen, bevor er sich zu einer risikoreichen Bandscheibenoperation entschließt. Ein weiteres häufiges Krankheitsbild, welches durch Triggerpunkte verursacht wird, ist das Schulter-Arm-Syndrom. Patienten mit Triggerpunkten im M. infraspinatus klagen häufig: „Ich kann nicht in die Gesäßtasche greifen; ich kann den BH nicht im Rücken schließen; ich kann den Reißverschluss hinten im Kleid nicht hochziehen; ich muss den schmerzenden Arm zuerst in den Ärmel stecken, sonst komme ich nicht in den Mantel; ich kann nicht nach hinten zum Nachttisch neben meinem Bett greifen“. Tennisspieler büßen durch den Schulterschmerz an Schlagkraft ein. Des weiteren können Triggerpunkte in diesem Muskel zu Ermüdung im Schultergürtel, Griffschwäche sowie Beweglichkeitsminderung im Schultergelenk hervorrufen.

Vorteile der Triggerpunktstosswelle

Die Trigger-Stoßwellen-Therapie ist eine schonende, risikoarme und sehr effektive Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden und kommt ohne den Einsatz von Medikamenten aus. Sie ist gut verträglich und regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Im Allgemeinen sind bei Rückenproblemen nur 3 bis 5 relativ wenige Behandlungen notwendig. Die Methode ist absolut frei von Nebenwirkungen. Die TST ist eine Kausaltherapie, die mit der Beseitigung der Trigger an der Wurzel der Schmerzentstehung ansetzt – die Voraussetzung für dauerhafte Beschwerdefreiheit. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die TST. Gesetzlich Versicherte müssen die Kosten selbst tragen.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Neben Blutergüssen kann es zu Schwellungen oder oberflächlichen Hauteinblutungen kommen. Seltener wird von einer kurzfristigen Schmerzverstärkung im Behandlungsgebiet berichtet. Bei nicht sachgerechter Handhabung kann es zu Schäden an knöchernen Strukturen, Blutgefäßen, Nerven oder Sehnen mit Früh– und Spätauswirkungen kommen.
Die während der Behandlung empfundenen Schmerzen werden unterschiedlich stark wahrgenommen, Narkosebereitschaft wird vorgehalten, falls die Schmerzen zu stark werden. Wenn die Anfangsbeschwerden nach drei Sitzungen nicht deutlich besser geworden sind, sollte die Therapie nicht fortgesetzt werden.
Die ESWT als Therapie von Beschwerden im Bereich der Orthopädie gilt in Deutschland nicht als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten der Behandlung muss der Patient selbst tragen.
Auch bei der ESWT gibt es Therapieversager und Fälle, bei denen sich die Beschwerden nach der Behandlung verstärken. Es bedarf also einer sorgfältigen Indikationsstellung.

 


Quelle:
Wikipedia.de
Handbuch der Muskel-Triggerpunkte, Travell und Simons, Verlag Urban und Fischer
Quelle: Das Rückenfit-Programm, Dr. Wolfgang Bauermeister, Südwest Verlag



Was sind eigentlich Stoßwellen ?
Überall im Alltag begegnen uns Stoßwellen. Beim Überschallknall eines Flugzeugs ebenso wie bei einem Sylvesterknaller. Physikalisch betrachtet sind Stoßwellen nichts anderes als besonders kurze Schallimpulse von sehr hoher Energie. Ihre Nutzung in der Medizin ist nicht neu. Schon seit Beginn der 80er Jahre wurden in der Urologie mit großem Erfolg Stoßwellen zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt.

Ende der 80er Jahre wurden erste Erfahrungen im orthopädischen Bereich gesammelt. Man stellte fest, dass nicht heilende Knochenbrüche durch die Behandlung mit Stoßwellen schneller zur Ausheilung gebracht werden konnten. Die Stoßwellen regten die knochenbildenden Zellen an; erstmals konnte die knöcherne Durchbauungen von Brüchen ohne Operation entscheidend gefördert werden. Da die Stoßwellen von außen in den Körper einwirken, wird die Therapie mit Stoßwellen seither als "Extracorporale Stoßwellentherapie" (kurz: ESWT) bezeichnet.

Wo kann die Stoßwellentherapie helfen?
Angeregt durch diese Erfolge stellte man in den folgenden Jahren fest, dass die Stoßwellentherapie grundsätzlich geeignet ist, auch andere häufige Krankheiten des Bewegungsapparates zu behandeln. Zahllose Operationen von Erkrankungen am Bewegungsapparat konnten so erfolgreich vermieden werden. Heute gelten folgende Erkrankungen des Bewegungsapparates als wissenschaftlich nachweisbar geeignet für die Therapie mit der Stoßwellentherapie (Standardindikationen):

  1. Die sog. "Periarthritis calcarea" des Schultergelenkes, oft auch als "PHS" bezeichnet. Darunter versteht man die sehr schmerzhafte Entzündung und Versteifung der Schultergelenkkapsel, die häufig von Kalkablagerungen begleitet oder hervorgerufen wird. Unerträgliche Nacht- und Bewegungsschmerzen sind ebenso typische Zeichen der "PHS" wie die Schwierigkeit den Arm seitwärts anzuheben.
     
  2. Der sog. "Tennisellbogen", eine häufige, sehr schmerzhafte, oft chronisch verlaufende Knochenhautreizung an den Ellbogen. Hervorgerufen wird diese Krankheit durch Überbeanspruchung von Sehnenansätzen, meist auf der Außenseite des Ellbogens. Dabei ist der Begriff "Tennis" nur beispielhaft für verschiedene mögliche Ursachen zu sehen ist. Typisch für den Tennisellbogen ist ein starker Schmerz beim Zufassen, der vom Ellbogen oft bis zur Hand ausstrahlt.
     
  3. Fersensporne sind meist spitze knöcherne Ausziehungen unter dem Fersenbein. Die genaue Ursache bleibt oft unklar, Übergewicht und Fußfehlformen spielen häufig eine Rolle. Ihren "Besitzer" quälen die Sporne durch heftige Schmerzen beim Auftritt auf die Ferse, insbesondere am Morgen oder nach Ruhephasen. Oft sind die Beschwerden so intensiv, dass die Patienten nur noch mit Gehstützen laufen können. Häufig werden sehr ähnliche Symptome durch eine reine Entzündung der Sehne, bzw. des Sehnenansatzes unter der Fußsohle, hervorgerufen, ohne dass ein auf dem Röntgenbild erkennbarer Fersensporn vorliegt. Auch diese Beschwerden, vom Arzt als "Fasciitis plantaris" bezeichnet, lassen sich sehr gut mit der Stoßwellentherapie behandeln.
    Studien zeigen, dass die Stoßwellenbehandlung eine sichere und effektive nichtinvasive (= ohne Operation) Methode darstellt.

Die Durchführung der ESWT
Die Stoßwellenbehandlung erfolgt in der Regel nachdem man den krankhaften Bezirk durch Ultraschall oder Röntgen genau geortet hat. Der Schallkopf des Stoßwellengerätes wird exakt auf den betroffenen Bezirk eingestellt und das Gebiet mit Stoßwellen "beschossen". Je nach Gerätetyp werden ca. 1500 bis 2000 Stoßwellen abgegeben. Im allgemeinen sind bis zu drei Behandlungen erforderlich. Nur in seltenen Fällen kommt es zu einer vierten oder fünften Sitzung.

Wie erfolgreich ist die ESWT ?
Die Stoßwellentherapie hat seit ca. 10 Jahren in Deutschland und seit einigen Jahren auch weltweit, in der täglichen Praxis ihre hohe Wirksamkeit bei der Behandlung bestimmter orthopädischer Krankheitsbilder unter Beweis gestellt. Bei den Standardindikationen (Kalkschulter, Fersensporn und Tennisellbogen) hat die ESWT wissenschaftlich nachgewiesene Erfolge. Je nach Krankheitsbild, Studie und Studiendesign konnten zwischen ca. 50% und 85% gute und sehr gute Erfolge erreicht werden.
Besonders bemerkenswert sind diese Erfolge deshalb, da die ESWT immer nur dann zur Anwendung kam, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten vollständig ausgeschöpft waren und nur noch die Operation als letztes Mittel neben der Stoßwellentherapie in Betracht kam (OP-Indikation). Die häufig gestellte Frage nach möglichen Nebenwirkungen kann getrost verneint werden. In seltenen Fällen sind lokale Blutergüsse oder eine kurzzeitige Verstärkung des Schmerzes beobachtet worden, andere Komplikationen wurden bisher nicht beschrieben.

Stoßwellentherapie und ihre Kosten
Stoßwellentherapie lässt sich nur mit hohem personellen und apparativen Aufwand durchführen. So betragen die Kosten für ein funktionsfähiges Therapiesystem mit Ortungssystem bis zu mehreren Hunderttausend EURO, ein Betrag, der die finanziellen Möglichkeiten einer einzelnen Praxis erheblich überschreitet. Deshalb haben sich mehrere Orthopäden-Kollegen zusammen getan, um gemeinsam ein Stoßwellengerät anzuschaffen. Die Stoßwellentherapie wird meistens von den privaten Krankenkassen übernommen. Ansonsten: Fragen Sie uns nach den Kosten, es ist günstiger, als Sie meinen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.